Ursachen Haarausfall

Haarausfall kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Um die richtige Therapie zu wählen, oder um das richtige Haarausfallmittel zu finden muss zuerst die richtige Ursache für den Haarausfall identifiziert werden.

Nachfolgend haben wir die möglichen Ursachen für die häufigsten und wichtigsten Formen des Haarausfalls zusammengestellt. Die Ursache des Haarausfalls ist stets abhängig von der Form des Haarausfalls: Haarausfall lässt sich generell in 5 unterschiedliche Formen unterteilen: (1) Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist erkennbar an der klassischen Bildung von "Geheimratsecken", einer Tonsur und im ausgeprägten Falle einer "Glatze". (2) Diffuser Haarausfall beschreibt den Haarausfall am gesamten Kopf, ohne erkennbares Ausfallmuster und ist daher schwerer zu identifizieren. (3) Saisonal verstärkter Haarausfall ist eine Ausprägung des diffusen Haarausfalls ("Fellwechsler") welcher verstärkt im Frühjahr und Herbst auftritt. Am Haarausfall (4) Chronisch telogenes Effluvium leiden Frauen oft über Jahre – dabei tritt ein Verlust von 150 bis 400 Haare pro Tag ein, obwohl die Haarwurzeldichte konstant bleibt. Der (5) kreisrunde Haarausfall beschreibt ein oder mehrere kreisrunde oder ovale, kahle Stellen am ansonsten beharrten Kopf.

Haarausfall Ursachen bei anlagebedingtem Haarausfall

Ursachen Haarausfall » anlagebedingter Haarausfall » Männer

Vom anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) sind ca. 60-80% der Männer in Europa betroffen. Die androgenetische Alopezie wird durch mehrere, weitgehend noch unbekannte Gene vererbt. Daher ist es nicht möglich Vorhersagen zu treffen, welchen Verlauf der Haarverlust im Laufe des Lebens nehmen wird.

Beim Mann basiert die Alopecia androgenetica auf einer anlagebedingten Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber den männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen). Genauer gesagt: Das Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron (DHT), welches aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet wird, stört empfindlich die Haarfollikel und führt schließlich zum Ausfall des Haares.

Ursachen Haarausfall » anlagebedingter Haarausfall » Frauen

Beim anlagebedingten Haarausfall von Frauen ist selten ein erhöhter Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) die Ursache – zugrunde liegt meist eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzel auf die Androgene. Wenn jedoch Zeichen einer Vermännlichung sichtbar werden, wie zum Beispiel Bartwuchs oder kräftiger Körperbau, kann ein Hormonuntersuchung sinnvoll sein.

Haarausfall Ursachen bei diffusem Haarausfall

Ursache Funktionsstörung der Schilddrüse

Aufgrund einer Vielzahl von Ursachen kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kommen. Dabei kommt es zu einer Unterproduktion von Schilddrüsenhormonen. Diese Unterdeckung an Hormonen kann dazu führen, dass Haare brüchig, stumpf und matt werden. Die Haardichte verringert sich deutlich. Ebenso kann es bei einer Überproduktion der Schidldrüse zu Haarwachstumsstörungen kommen.

Ursache Haarausfall: Eisenmangel

Als Ursache eines diffusen Haarausfalls kommt die Verminderung der Eisenreserven im Körper in Betracht. Die häufigsten Ursachen eines Eisenmangels sind Blutverluste (z.B. Monatsblutung), mangelhafte Eisenzufuhr (z.B. bei streng vegetarischer Kost), verschiedene Magen-Darmerkrankungen oder erhöhter Eisenbedarf wie in der Schwangerschaft, Stillzeit oder in Wachstumsperioden.

Ursache Haarausfall: Stress

Laut den Untersuchungen von Prof. Ralf Paus führt anhaltender Stress zu Haarausfall. Immunzellen im Haarfollikel schütten Histamin aus. Dieser Botenstoff Histamin löst wiederum in den umgebenden Zellen eine heftige allergische Reaktion aus und das Gewebe entzündet sich. Schließlich kommt es zur Entzündung und Selbstzerstörung des Follikels samt des Haars.

Ursache Haarausfall: Medikamente

Eine Vielzahl an Medikamenten beeinflusst das Haarwachstum erheblich. Sollten Sie dauerhaft an die Einnahme von Medikamenten gebunden sein, so konsultieren Sie Ihren Arzt und fragen Sie nach, ob diese Medikamente das Haarwachstum negativ beeinflussen können.

Ursache Schwangerschaft oder Hormonpräparate

Das Haarwachstum unterliegt hormonellen Einwirkungen. Veränderungen des Hormonspiegels (bedingt durch Reifungsprozess oder durch akuten Umstellung, wie z.B. bei Schwangerschaft) wirken sich auf das Haarwachstum aus. Weiterhin können hormonproduzierenden Drüsen, die Schilddrüsen sowie Medikamente wie z.B. die Anti-Baby-Pille das Haarwachstum beeinflussen, bzw. verstärkten Haarausfall bewirken. Sehr häfig tritt auch das postpartale Effluvium (Haarausfall 2 bis 3 Monate nach der Geburt) auf.

Haarausfall ohne erkennbare Ursache

Auch wenn keine der obig angegebenen Ursachen zutrifft, kann dennoch ein diffuser Haarausfall auftreten. In schätzungsweise 30% aller chronisch diffusen Haarausfall-Fällen (die länger als 6 Monate andauern) ist keinerlei Ursache festzustellen. In der Fachwelt spricht man auch vom "idiopathischen chronischen Telogeneffluvium" (CTE).

Haarausfall Ursachen bei kreisrundem Haarausfall

Bis heute kennt niemand die genauen Ursachen des kreisrunden Haarausfalls. Man nimmt an, daß die Zellen des eigenen Immunsystems, sich fälschlicherweise gegen die Zellen in den Haarwurzeln richten. Die Haarwurzeln und Haare werden vom Immunsystem als "fremd" anerkannt und deshalb bekämpft, bzw. abgestoßen. Zunächst ensteht eine Entzündungsreaktion, die das Haarwachstum stört und schließlich das Ausfallen des Haares bewirkt.

mehr über den kreisrunden Haarausfall

Hilfreiche Links

Alopecia Areata Deutschland e.V. Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Haarerkrankungen im deutschsprachigen Raum.

Haarklinik Haarklinik NTH Neues Transpla Haar führt neben Haartransplantation auch trichologische Untersuchungen durch.

Haarausfall-Informationen auf Wikipedia Weitere Informationen zum Thema Haarausfall, sowie den möglichen Arten des Haarausfalls.